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Biografie Maria Montessori

1879 - 1952 - Ein kurzer Überblick

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Maria Montessori wird am 31. August 1870 in Chiaravalle bei Ancona geboren. Als behütetes Einzelkind wächst sie in einem liberal-religiösen Elternhaus auf. Ihr Vater, Alessandro Montessori, und ihre Mutter, Renide Stoppani, zählen zur politischen Elite Italiens.

1875 besucht Maria die öffentliche Volksschule und wechselt später auf eine technisch-naturwissenschaftliche Schule. Sie möchte Medizin studieren, wird jedoch aufgrund ihres Geschlechts an der Universität abgewiesen.

Gegen den Willen der Eltern studiert sie zunächst Ingenieurwesen und Mathematik. Nach Ablegen der Prüfungen gelingt es ihr nun doch, als erste Frau Italiens unter großen Schwierigkeiten Medizin zu studieren. (Um z. B. im Anatomiesaal arbeiten zu können, muss sie sich nachts darin einschließen lassen, weil ihr die Arbeit zusammen mit den männlichen Studenten nicht erlaubt wird.) 1896 schließt Maria Montessori ihr Medizinstudium mit der Promotion ab. Sie ist die erste "Dottoressa" Italiens.

1896 bis 1898 folgt eine Anstellung als Assistenzärztin in der römischen Universitätskinderklinik, Abteilung Kinderpsychiatrie. Im Umgang mit den geistig behinderten kleinen Patienten erkennt sie den Tätigkeitsdrang und Eigenantrieb, der allen Kindern zu eigen ist. Unter Einbringung von Sinnesmaterialien in Kombination mit medizinischen Erkenntnissen entwickelt sie eine pädagogische Methode, mit der sie in ihrer Arbeit als Dozentin an der Lehrerbildungsanstalt und als Direktorin eines heilpädagogischen Instituts in Rom (1898 - 1900) beachtliche Erfolge erzielt.

1898 wird Maria Montessoris einziges Kind, Mario, geboren. Da ein uneheliches Kind das Ende ihrer beruflichen Karriere bedeutet hätte, verschweigt sie die Geburt und gibt ihren Sohn in eine Pflegefamilie außerhalb Roms. Sie besucht ihn dort regelmäßig und nimmt ihn nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1913 zu sich, zunächst jedoch ohne Preisgabe seiner wahren Identität.

1900 verlässt sie das heilpädagogische Institut, um Anthropologie und Psychologie zu studieren.

1904 wird sie zur Professorin für Anthropologie an der Universität Rom ernannt.

1907 wird sie von der italienischen Regierung damit beauftragt, das erste „Casa dei Bambini“ in einem Elendsviertel vor Rom zu "beaufsichtigen" und die Hygiene zu kontrollieren. Maria Montessori nutzte bei ihrer Arbeit die Erfahrungen mit den behinderten Kindern. Sie vertraute den Eigenimpulsen der unterprivilegierten Kinder und entwickelte mit ihnen und für sie nach und nach die sogenannten Montessori-Materialien. Sehr schnell spricht sich – nicht nur in Rom – das Kinderhausmodell herum, da die Kinder nichtgeahnte Fortschritte und Erfolge zeigten.

1909 veröffentlicht sie ihr Hauptwerk "Il metodo".

Ihre Methode stützt sich auf drei Säulen:

  1.  Ein von Maria Montessori selbst entwickelter Satz von Bau- und Spielelementen, die den Forscherdrang der Kinder anregen sollen

  2. Die eingeführten "Stillezeiten" und gemeinsame Mahlzeiten der Zöglinge, die soziale Lernprozesse anregen und den Kindern vermitteln sollen, dass sie Teil einer großen Einheit sind

  3. Die beobachtende Distanz der Erzieher, die eine Störung des Lernprozesses durch den Einfluss der Erwachsenen verhindern soll

Von 1913 an hält Maria Montessori Vorträge in Europa, Amerika und Asien und verfasst ihr Buch "Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter". Beides bringt die Verbreitung ihrer Erkenntnisse rasch voran. Fast überall in Europa und Amerika entstehen Montessori-Schulen nach ihrem Vorbild.

Das Aufkommen der totalitären Regimes stoppt die Verbreitung der Montessori-Pädagogik. In der Zeit des Nationalsozialismus werden in Deutschland alle Montessori-Einrichtungen geschlossen. Der Faschismus in Italien treibt Maria Montessori 1934 erst nach Barcelona, 1936 wegen des spanischen Bürgerkrieges in die Niederlande, später weiter nach Indien. Dort leitet sie in Adyar eine nach ihrer Methode der Selbsterziehung eingerichtete Schule.

1940, nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen, wird sie in Indien als Angehörige eines Feindstaates interniert. Nach ihrer Freilassung arbeitet sie weiter in Indien und dessen Nachbarländern an ihrem Lebenswerk.

1947 kehrt Montessori nach Europa zurück. Bis zu ihrem Lebensende wohnt sie in Nordwijk aan Zee. Sie stirbt am 06. Mai 1952 – mitten in Überlegungen für eine Afrikareise ...

Zum Weiterlesen:
"Maria Montessori 1870 - 1952. Kind ihrer Zeit, Frau von Welt", Marjan Schwegman (2000)
"Maria Montessori. Leben und Werk einer großen Frau", Rita Kramer (1995)

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